Filmstar auf einem Bein

von Carol Davis

Eigentlich ist nichts besonders Interessantes dabei, wie ich zur Amputierten wurde. Ich wurde nicht von einem verrückten Angreifer überfallen und verstümmelt, weil er mir mit einem Gewehr das Bein wegschoß. Es war auch kein Autounfall, bei dem Ärzte fieberhaft versuchten, mein übel zugerichtetes Bein zu retten. Nein - das Einzige, das mich Mitglied dieser einzigartigen "Schwesternschaft von einbeinigen Frauen" werden ließ, war ein verlorener Kampf gegen den Krebs.

Eigentlich sollte ich es einen gewonnenen Kampf gegen den Krebs nennen, denn ich bin ja - während ich dies schreibe - immer noch da, fünfzehn Jahre nachdem es passierte.

Mein Name ist Carol und, wie ich schon sagte, bin ich amputiert. Mein linkes Bein endet in einem fünfzehn Zentimeter langen Stumpf. Ich brauchte lange, um diesen Stumpf als Teil meiner selbst anzuerkennen und jetzt nenne ich ihn nur noch "mein kleines Bein". Seit dieser ersten Zeit mit der Gewöhnung an die Amputation hat sich vieles verändert und ich habe viel hinzu gelernt. Eines der Dinge, die ich gelernt habe, ist die Tatsache, daß es viele Männer gibt, die amputierte Frauen sehr attraktiv finden, weil sie Gliedmaßen verloren haben und nicht obwohl sie sie verloren haben.

Nachdem ich meine Geschichte schon einmal für eine andere Zeitschrift erzählt habe, bevor ich damit begann Videos über amputierte Frauen für die Männer zu produzieren, die amputierte Frauen besonders attraktiv finden, bat mich John, der Herausgeber von OverGround, eine Geschichte über meine Erfahrungen als "Filmstar" zu schreiben, nachdem ich mit hunderten von Männern über ihr Interesse an Amputierten korrespondiert habe und auch darüber zu schreiben, was ich über die Männer gelernt habe, die dieses Interesse teilen.

Mein Leben vor der Amputation

Ich bin das älteste von fünf Kindern und das einzige Mädchen. Meine jüngeren Brüder waren alle sehr athletisch und darum interessierte ich mich natürlich auch für körperliche Fitneß. Vor meiner Amputation war ich in einer ganzen Reihe von Sportarten recht aktiv, darunter Skifahren, Schwimmen, Radfahren und Schlitt- und Rollschuhfahren. Ich war in der Schwimmergruppe meines Colleges und erhielt für meine Erfolge beim Freistil- und Rückenschwimmen.

Nach dem Collage fand ich eine Arbeit als Lehrerin für Mathematik und Naturwissenschaften. Ich traf mich öfter mit einem Kollegen, mit dem ich zusammen den Wagen putzte. Die Beziehung entwickelte sich gut und wir heirateten zwei Jahre später. Wir waren miteinander glücklich und obwohl wir natürlich unsere Differenzen hatten, kamen wir doch die meiste Zeit gut miteinander aus.

Im Sommer 1978 machte ich mit meinem Mann eine Autofahrt quer durch die USA bis zur Westküste. Während der Fahrt bemerkte ich, daß mein linkes Knie nach einigen Stunden steif wurde. Damals war ich viel in Bewegung, sowohl im Fitneß-Club als auch bei den täglichen Radtouren mit zwischen fünfzehn und dreißig Kilometern Länge. Als mein Bein also zu schmerzen anfing, vermutete ich, daß es nur ein Muskelkater war, der sich während der langen Autofahrt meldete und ich machte mir keine weiteren Sorgen.?

Nach unserer Rückkehr wurde es jedoch nicht besser; es wurde schlimmer. Nicht nur das regelmäßige und lange Seilspringen wurde qualvoll sondern auch das einfache herumgehen wurde zur schwierigen Aufgabe. Treppensteigen wurde teilweise schwierig; das Bein wurde so schwach und entzündet, daß ich mir beim Treppensteigen ganz schön alt vorkam. Ich erinnere mich daran, daß ich mich wie ein Krüppel fühlte.

Ich beschloß meinen Hausarzt wegen des Knies zu konsultieren und der überwies mich an einen Kreislaufspezialisten, der aber auch nichts entdecken konnte. Ich wurde an vier verschiedene Ärzte überwiesen, bevor einer überhaupt mit einer Reihe von Tests began. Da er dachte, etwas auf einem Röntgenbild gesehen zu haben, empfahl er mir eine Gewebeprobe zu entnehmen. Er war nicht sehr besorgt und so machte ich mir auch keine Gedanken.

Eine Woche später rief er an, um mir mitzuteilen, daß die Probe aus dem Labor zurückgekommen war und das ich zur Sprechstunde kommen sollte. In seiner Praxis erzählte er mir, daß er sich über das Laborergebnis unsicher sei und empfahl mit, für weitere Untersuchungen in das Massachusetts Landeskrankenhaus zu gehen, da dort Ärzte arbeiten würden, die sich mit diesem Bereich besser auskennen würden. Ich stimmte zu und bekam einen Termin.

In Boston wiederholten die Ärzte alle Untersuchungen, die mein Arzt auch schon gemacht hatte. Die Tests dauerten eine Woche und am Freitag, mein Mann und meine Mutter waren anwesend, erzählte mir der Arzt schließlich, was nicht stimmte. Ich hatte einen bösartigen Knochentumor in meinem Knie, die selbe Art von Krebs, an der auch Ted Kennedy Jr. erkrankt war. Mir wurde erzählt, daß die notwendige Behandlung eine Chemotherapie nach der Amputation des betroffenen Beines ist. Mein Bein müßte auf halber Höhe des Oberschenkels amputiert werden.

Aus einem Grund heraus war ich nicht total über die Nachricht des Arztes erschüttert. Nachdem ein Team von sieben Ärzten mich eine Woche lang abgetastet und in mir herumgestochert hatte, war in mir das Gefühl aufgekommen, daß wirklich etwas nicht in Ordnung war. So war ich von den schlechten Neuigkeiten nicht sehr überrascht.

Mir wurde gesagt, daß ich die Wahl hätte, mein Bein nicht amputiert zu bekommen. Mir wurde aber auch gesagt, daß ohne eine Amputation wenig Chance bestand, daß ich länger als ein Jahr überleben würde. Mein Arzt erzählte, daß einer seiner Patienten, der die gleiche Art von Krebs gehabt hätte, zwei Jahre nachdem er es abgelehnt hatte, seinen Arm amputieren zu lassen, gestorben war. Er sagte auch, daß der Verlust eines Beines nicht so schlimm wäre, wie es zuerst aussieht; daß ich in der Lage sein würde, ein fast normales Leben zu führen.

Es gibt nur eine Wahl

Meine Entscheidung war klar. Ich wollte leben, selbst wenn es den Verlust meines Beines bedeutete. Ich stimmte der Operation zu, die dann gleich als erstes am folgenden Montag morgen durchgeführt werden sollte. In der Nacht und am Wochenende dachte ich ständig darüber nach, was am Montag passieren würde. Ich blickte an meinem Bein entlang und bewegte die Zehen. Im Schlaf wollte ich versuchen, mir vorzustellen, wie es wäre, wenn ich nur einen Fuß hätte, was es für ein Gefühl wäre, kein linkes Knie, Knöchel und Fuß mehr zu haben. Ich verbrachte die beiden nächsten Tage viel Zeit damit, darüber nachzudenken.

Der Montag Morgen kam und mein Mann und meine Mutter gingen neben mir, während ich in die Chirurgie geschoben wurde. Dort mußte ich in meinem Bett auf dem Gang alleine warten, bis der OP fertig war. Ich erinnere mich, daß ich lange warten mußte - schließlich überkam es mich. Sie würden mir wirklich mein Bein amputieren. Ich würde aufwachen und nur noch ein Bein haben! Ich begann zu heulen. Eine Krankenschwester, die zufällig auf dem Gang vorbeikam, blieb neben meinem Bett stehen. Sie blätterte durch die Unterlagen, die am Bettende hingen und die Informationen für die Operation enthielten. Sie legte sie schnell wieder hin, denn sie verstand wohl, was mir durch den Kopf ging. Sie sagte nichts, aber mit dem Verständnis, daß nur eine Mutter haben kann, strich sie mir über den Kopf und hielt meine Hand. Das schien mich zu trösten. Nachdem ich einige Minuten lang geweint hatte, war dann auch noch meine Nase verstopft. Ich war besorgt, daß meine verstopfte Nase zu Komplikationen bei der Narkose führen könnte und bemühte mich daher, mit dem Weinen aufzuhören. Als die Schwestern mich schließlich holen kamen, hatte ich mich wieder einigermaßen beruhigt.

Sie schoben mich in ein kleines Zimmer und steckten mir eine Infusionsnadel in den Arm. Soweit ich mich erinnern kann, wurde ich dann in das gleißende Licht des Operationssaals gebracht und auf den OP-Tisch gehoben. Ich weiß noch, daß mir dann eine Krankenschwester etwas einspritzte, dann verlor ich schnell das Bewußtsein.

Mein neues Leben als Amputierte

Als ich wieder aufwachte, geriet ich in Panik. Es fühlte sich so an, als ob mir jemand in die Zehen kniff und sie verdrehte und so stark wie möglich an meinem Fuß zerrte. Auch in der Wade zwickte es. Es war einfach unerträglich.

Die nächsten Tage verlor ich immer wieder das Bewußtsein. Alle vier Stunden bekam ich eine Morphiumspritze und es fühlte sich wunderbar an, wie die Droge langsam durch meinen Körper floß und die Schmerzen verschwanden. Nach einigen Tagen waren die Schmerzen nicht mehr so stark und die Ärzte verschrieben mir jetzt andere Schmerzmittel anstelle von Morphium. Trotzdem fühlte es sich noch immer so an, als ob mir jemand die Zehen verdrehte und in die Wade kniff. Ich versuchte meinen linken Fuß in eine andere Stellung zu bringen, um es mir im Bett bequemer zu machen, aber mein Fuß ließ sich nicht bewegen. Es war ein seltsames Gefühl, denn ich konnte doch spüren, wie meine Zehen, der Fuß und der Knöchel verkrampf auf dem Bett lagen. Ich mußte unter die Bettdecke schauen, denn es war schwerlich zu glauben, daß mein Bein wirklich weg war. Unter dem Lacken konnte ich nur einen großen Verband an der Stelle entdecken, wo einmal mein Bein gewesen war. Es war seltsam, selbst während ich auf es starrte und auf die Stelle wo das Bein jetzt aufhörte, konnte ich immer noch mein ganzes Bein fühlen, den Fuß, den Knöchel und selbst die Zehen.

Manche werden es kaum glauben, aber einige Tage nach meiner Amputation war ich schon wieder auf und konnte gehen. Die Ärzte hatten einen Gipsverband über den Mullbinden angebracht und daran einen Metallstab angebracht. Mit der Hilfe von Krücken, die ich schon vor meiner Operation benutzt hatte, um das Gewicht von meinem Knie zu nehmen, war ich in der Lage auf dem Stab zu gehen. Ich lernte, mich einigermaßen schnell fortzubewegen, auch wenn der Gips sperrig war und mit einem unbequemen Klettverschluß-Hüftgürtel befestigt werden mußte.

Ich erinnere mich noch deutlich an den Tag, als der Arzt mir den Verband abnahm, um die Fäden zu ziehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie mein Stumpf aussehen würde und ich blickte erst herunter, nachdem er die Fäden gezogen hatte. Was ich sehen konnte, war alles sehr angeschwollen. Die Haut war weich und zwischen den Stichen etwas aufgequollen, das Ende war eingedellt und hatte mehr eine wellige Form anstatt einer sanften Kurve. Mein Sumpf war etwa fünfzehn Zentimeter lang. Ich lachte und sagte dem Arzt "Sie hätten die Stiche wenigstens etwas gerader machen können". Er schien schockiert, daß ich darüber Witze machen konnte, aber nach einigen Sekunden lachte er auch.

Ich war insgesamt sechs Wochen im Krankenhaus. Nach der Amputation war ich jeden Tag beim Physiotherapeuten und zum Training für frisch Amputierte. Mir wurde beigebracht, daß ich den Stumpf eng einwickeln müßte, damit er für die Prothese abschwillt. Ich hob Gewichte und trainierte an einer Maschine, um einen Oberkörper zu kräftigen. Ich machte auch auf einer Matte Übungen, um mein Bein zu stärken. Bei einer der Übungen mußte ich auf dem Rücken liegen, während der Physiotherapeut meinen Stumpf herunterdrücke und ich sollte versuchen ihn hochzuheben. Es dauerte nicht lange, bis ich den Stumpf erfolgreich anheben konnte und kein Druck des Therapeuten ihn mehr auf der Matte halten konnte. Ich war überrascht, daß mein Stumpf so stark geworden war. Mein Therapeut erzählte mir, daß der Stumpf so stark sein müßte, damit ich gut mit einer Prothese umgehen kann. Einer der härtesten Teile der Physiotherapie war für mich das Treppensteigen - das erste Mal auf Krücken Treppen herunterzugehen erschreckte mich.

Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich auf meinen neuen Körper mit nur einem Bein eingestellt hatte. Am Tag, als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, fuhren mich meine Eltern nach Hause und halfen mir die Stufen vor meinem Haus herauf. Unglücklicherweise war die Tür von innen verschlossen und ich wartete draußen, auf meine Krücken gestützt, während meine Eltern durch den Hintereingang kamen, um mir die Tür zu öffnen. Als sie die Vordertür öffneten, machte ich einen Schritt vorwärts - mit meinem linken, fehlenden Bein. Ich hob nur den Stumpf an und fiel nach vorne. Ich fiel schmerzhaft, ich durchschlug mit der Hand die Glastür und zerschnitt sie mir dabei übel. Dies war ein ganz natürlicher Fehler gewesen. Ich konnte immer noch mein Bein spüren und in der Aufregung wieder zu Hause zu sein, hatte ich ganz vergessen, daß es ja gar nicht mehr da war. Es war mir so peinlich, eine solche Dummheit begangen zu haben und nach sechs Wochen Krankenhausaufenthalt wollte ich wegen eines solchen dämlichen Fehlers nicht schon wieder dahin zurück. Also verband ich mir die Wunde einfach mit einem Handtuch, bis die Blutungen aufhörten.

Meine wirkliche Prüfung beginnt?

Nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, begann eine zweijährige Chemotherapie. Dies war viel schlimmer als die Amputation. Drei Tage nach meiner ersten Behandlung fielen mir alle Haare aus. In den folgenden beiden Jahren vielen mir noch zweimal die Haare aus, aber dies war nichts im Vergleich zu der Übelkeit und Schwäche, die ich durchlebte.

Noch etwas anderes beunruhigte mich: mein Mann behandelte mich anders als vorher. Sicherlich war er sehr nett und unterstützte mich bei meinen Qualen, aber es war deutlich, daß die Amputation unsere Beziehung verändert hatte. Unser Sexualleben endete mit dem Tag, an dem mein Bein entfernt wurde. Er konnte den Anblick meines Körpers nicht ertragen, er konnte noch nicht einmal darüber sprechen. Ich kann nicht genau sagen, ob es nur das amputiere Bein war, daß er mich nicht mehr für begehrenswert hielt, aber es war sicherlich ein bedeutender Faktor.

Mein Mann blieb lange aus und trank viel; er konnte meinen Anblick nicht mehr ertragen. Ich sprach mit einigen Ärzten darüber und sie sagten, daß ich ihm Zeit lassen müßte, damit er es verarbeiten kann. Er schaffte es nie und wir wurden drei Jahre später geschieden. Mein Mann hatte mir immer erzählt, daß er mich wegen meiner großartigen Beine geheiratet hatte und er konnte die Tatsache nicht akzeptieren, daß nun eines davon weg war und ich für den Rest meines Lebens eine Prothese oder Krücken benötigen würde.

Die Reaktionen meines Mannes auf die Amputation hatten mich tief verletzt. Als ich mich nach unserer Scheidung eines Abends ausziehen wollte, schaute ich im Spiegel auf meinen schiefen Körper und den Stumpf, der aus der linken Seite meiner Shorts hing und dachte darüber nach, wie häßlich er es finden mußte. Ich verstand, daß er seine Einstellung zu meiner einbeinigen Erscheinung und dem häßlichen Stumpf nicht ändern konnte, aber ich konnte das Bein ja nicht wieder wachsen lassen. Ich dachte, es würde unmöglich sein, jemals wieder eine Beziehung zu einem Mann zu haben. Ich fühlte mich als unvollständige Frau und daß kein Mann jemals mehr meinen Körper begehren würde. Glücklicherweise habe ich mich geirrt.

Meine Familie und meine Freunde verarbeiteten die Amputation viel besser als mein Mann. Zuerst bedauerten sie mich und wollten alles für mich erledigen. Ich konnte sie überzeugen, daß ich nicht hilflos war und alles selber erledigen kann.

Die Amputation hat mein Leben grundlegend verändert. Ich mußte mit einer Prothese wieder neu gehen lernen, zuerst mit der Hilfe von zwei Krücken, dann mit einer und schließlich nur noch mit einem Stock. Ich benutze den Stock immer noch, wenn ich die Prothese trage.

Meine neuen Aktivitäten

Ich begann mich sechs Jahre nach meiner Amputation wieder für das Skifahren zu interessieren. Ich war ein paar Mal Schilaufen, als ich noch Gesund war, aber Schifahren auf einem Bein war etwas völlig Neues. Ich ging in eine Schischule für Behinderte, traf dort andere Amputierte. Wir diskutierten und lernten viel von einander, mehr als nur Skifahren. Zum ersten Mal sah ich andere Amputierte. Ich sah Arm- und Beinstümpfe und niemand schien sich dafür zu schämen, wie sie aussahen. Es dauerte nicht lange, bis ich mich in meinem Skianzug mit dem hochgesteckten linken Hosenbein wohl fühlte. Es war es Wert, das Skifahren war phantastisch; ich erlebte eine völlig neue Art der Bewegung.

Natürlich unterscheidet sich die Ausrüstung, die ich benutze, von anderen Skifahreren. Ich benutze einen "Ausleger" an jedem Arm. Beide Ausleger sind wie Unterarmkrücken jedoch mit einem kleinen Ski am Ende. Eine mechanische Vorrichtung, die durch eine Leine an den Griffen gesteuert wird, erlaubt es mir, die Skier nach oben zu klappen, so daß ich die Ausleger als Krücken benutzen kann, wenn ich Laufen muß.

Anders als auf den Skipisten brauchte ich ganze acht Jahre bis ich mich zum ersten Mal traute ohne meine Prothese aus dem Haus zu gehen. Tatsächlich hatte ich jedoch keine andere Wahl. Ich hatte mit einem Freund geplant für eine Woche nach Florida in Urlaub zu gehen; Flug und Hotel waren schon gebucht. Am Tag vor unserem Abflug leckte etwas Flüssigkeit aus der Ummantelung des hydraulischen Knies meiner Prothese. Es hinterließ einen kaum sichtbaren schwarzen Fleck auf der weichen Schaumstoffhülle, aber schlimmer war das Gefühl, daß es schwieriger wurde, mit der Prothese zu gehen und ich hatte Angst, daß es noch schlimmer werden würde. Mein Orthopädietechniker schaute es sich an und sagte, daß ich es für ein paar Tage dalassen müßte, damit er es reparieren kann. So ging ich ohne die Prothese in Urlaub und benutzte statt dessen Krücken.

Es war Glück im Unglück. In der Woche ging ich erstmals nach acht Jahren wieder barfuß am Strand. Es ist für mich unbeschreiblich, wie das Gefühl war, den nassen Sand zwischen meinen Zehen zu spüren. Meine Krücken versanken ein wenig im Sand und ich weinte leise Tränen der Freude. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die so viel bedeuten, dachte ich.

Diese Woche brachte aber auch einen anderen Wendepunkt in mein Leben. Hier war ich ohne meine Prothese in der Öffentlichkeit unter fremden Leuten; ohne die Prothese, das einzige Mittel körperlich normal auszusehen. Was würden die Leute denken? Würde sie mein Anblick mit den Krücken am Strand aufregen? Würde sie der Anblick meines Baumwollanzugs mit dem hochgeschlagenen Hosenbein schnell wegschauen lassen? Zu meiner Überraschung schienen sie es noch nicht einmal bemerkt zu haben. Sie starrten nicht auf mich, zeigten nicht mit dem Finger auf mich und schauten auch nicht weg. Es machte ihnen nichts aus. Ich fühlte, daß ich so akzeptiert wurde, wie ich war.

Nachdem ich mich ohne meine Prothese wohl fühlte, brauchte es nicht lange, bis ich mich auch traute leichte Sommerkleider oder einen kurzen Rock mit einem bunten Oberteil zu tragen. Schließlich war es fast Ostern und reichlich warm um diese Jahreszeit in Florida.

Ich liebe es, zu reisen. Egal ob per Flugzeug oder mit dem Wagen quer durchs Land, liebe ich es neue Orte zu besuchen. Wenn ich alleine fahre, was ich manchmal aus geschäftlichen Gründen tuen muß, trage ich die Prothese, weil ich auf Krücken noch nicht einmal die einfachsten Dinge tragen kann. Wenn ich in Begleitung verreise, lasse ich mein Bein lieber zu Hause und benutze die Krücken. Es ist viel bequemer in einem Flugzeug zu sitzen ohne das beengende Gefühl der Prothese. Ich kann mich auf Krücken auch viel schneller fortbewegen als mit der Prothese und ich fühle mich viel weniger ungeschickt.

Ich war schon immer begeisterte Schwimmerin und nun wieder mit meinem neuen Körper zu schwimmen war gar nicht so schwer. Aber den Mut zu finden, mich im Schwimmanzug zu zeigen, war eine andere Sache. Ein Jahr, nachdem ich mein Bein verloren hatte, versuchte ich es im Swimmingpool meiner Eltern. Ich trug einen einteiligen Schwimmanzug, hatte darüber aber noch meine Bluejeans an. Ich hatte das leere Hosenbein nicht hochgesteckt, sondern ließ es im Wasser baumeln. Ich war glücklich, wieder zu schwimmen, aber niemand sollte meinen Stumpf sehen.

Dann kam eine Gelegenheit zum Skilaufen in Colorado. Ich war noch nie in Colorado zum Skilaufen gewesen, hatte aber Großartiges darüber gehört und diese Gelegenheit wollte ich nicht auslassen. Ich wußte, daß die Herberge, in der wir übernachten würden, einen Hot Tub vor dem Haus besaß. Ich wollte die Hot-Tubbing-Partys nicht versäumen, die es manchmal Abends nach einem anstrengenden Tag auf der Piste gab, aber ich hatte Angst, im Schwimmanzug zu erscheinen und meinen Stumpf zu zeigen und ich wollte natürlich auch nicht mit Jeans im Hot Tub gesehen werden. Dann hatte ich eine Idee; bevor wir losfuhren ging ich ins örtliche Sportgeschäft und kaufte einen einteiligen roten Sportanzug, die Ausführung mit langen Beinen und Schlaufen für die Füße. Anstatt das leere Hosenbein lose hängen zu lassen oder es hochzustecken, beschloß ich es nach innen zu krempeln und befestigte die Schlaufe des linken Hosenbeins am Verschuß meines BH's, den ich darunter trug. Dazu trug ich dann einen weißen Stoffgürtel. Und niemand störte sich daran, tatsächlich bekam ich sogar eine ganze Reihe von Komplimenten an dem Abend. Nicht lange nach dem Skiausflug war ich bei einer Reise nach Hawaii in der Lage nur in einem Badeanzug zu erscheinen, zuerst in einem einteiligen, später auch im Bikini. Ich hatte endlich das Selbstbewußtsein für meinen Körper zurückgewonnen.

Während ich auf Hawaii war, versuchte ich zum ersten Mal in meinem Leben tauchen zu gehen. Es war ein Tauchgang am Strand von Hanauma Bay und es war ein einmaliges Erlebnis für mich. Weil wir vom Strand aus ins Wasser gingen, anstelle von einem Boot aus zu tauchen, brauchte ich Hilfe um ins Wasser zu gelangen, zumal ich die schwere Sauerstofflasche auf meinem Rücken hatte. Die Fische in der Bucht waren sehr schön und farbenprächtig. Ich hatte nur ein kleines Problem. Durch das Gewicht der Sauerstofflasche und meinen etwas einseitigen Körperbau kippte ich immer zu einer Seite über, wenn ich aufhörte mich im Wasser zu bewegen. So mußte ich also ständig mit dem Bein paddeln, um nicht umzukippen, aber es war immer noch ein großartiger Spaß.

Meine Freizeitaktivitäten kann man an drei Fingern abzählen: Skifahren im Winter, Schwimmen im Sommer und das ganze Jahr einkaufen gehen. Die Redewendung "born to shop" beschreibt mich eigentlich ganz gut. Jedesmal, wenn ich verreise, bummele ich Einkaufspassagen, Boutiquen und Handarbeitsläden. Ich suche immer nach Geschenken, Kleidern und besonders Schuhen. Ich hatte immer schon eine Vorliebe für schöne Frauenschuhe, selbst nachdem ich mein Bein verloren habe. Ich kaufe Schuhe mit flachen Absätzen, wenn ich sie für die Prothese benutzen will, aber ich kann dem Anblick von hochhackigen Pfennigabsätzen nicht widerstehen, besonders im Zusammenhang mit kurzen Röcken. Ich habe ein Paar Krücken aus Rosenholz, die etwas länger als üblich sind, so kann ich sie auch tragen. Ich fühle mich sehr feminin, wenn ich jetzt einen kurzen Rock und Pfennigabsätze tragen kann, habe ich es doch acht Jahre, nachdem ich mein Bein verloren habe, nicht gewagt.

Andere Gefühle

Ich mußte lernen mit Fremden umzugehen und zu akzeptieren, daß ich manchmal angestarrt werde, auch wenn die meisten sehr höflich sind. Kinder sind sehr neugierig. Sie starren mich oft im Supermarkt oder in Einkaufspassagen an, aber das stört mich nicht. Kinder befragen mich manchmal auf die netteste Art über den Verlust meines Beines. Kleine Kinder sind so verwirrt, wenn sie nur ein Bein aus meinem Rock oder der Hose auftauchen sehen. Manchmal bleiben sie abrupt stehen und schauen, ob sie herausfinden können, wo das andere Bein geblieben ist. Letztes Jahr, bei einem Urlaub im Yellowstone Nationalpark, stand ich in einem Ladengeschäft und ein kleines Mädchen starrte auf das leere Hosenbein meiner Shorts. Sie starrte so lange, bis sie bemerkte, daß ich sie beobachtete. Schließlich frage sie mich, wo das Bein geblieben ist. Ich antwortete ihr, daß ich krank gewesen war und der Arzt es abgenommen hat. Sie nickte, schien zu verstehen und war mit meiner Antwort zufrieden. Dann fragte sie "Und wann gibt er es Dir wieder?" In dem Augenblick kam ihr Vater an und zog sie weg, er entschuldigte sich bei mir und raunte dem Kind zu, daß es sich nicht gehört, so auf Leute zu starren. Erwachsene sind viel mehr befremdet darüber als Kinder. Ich finde, daß Kinder nicht entmutigt werden sollten, Fragen zu stellen. Ich denke, wenn Kinder ihrer Neugier bezüglich Behinderten nachgehen dürften, würden sie mit einer viel hilfsbereiteren Einstellung aufwachsen.

Natürlich kommt meine Einstellung daher, daß ich Lehrerin bin. Am Anfang jeden neuen Schuljahres, wenn ich eine neue Gruppe von Fünftklässlern bekomme, erkläre ich ihnen den Verlust meines Beines und die Prothese. Ich sage dann auch, wenn sie noch eine Frage haben, sollen sie sie gerne stellen. Kinder haben mir viele interessante Fragen gestellt: Tut es weh? Können Sie schwimmen? Nehmen Sie es ab, wenn Sie ins Bett gehen? Haben sie immer noch das Gefühl ihre Zehen bewegen zu können? Ich antworte darauf immer wahrheitsgemäß und halte nie eine Frage für zu dumm.

Ich habe mit dem Sport weitergemacht. Ich bin jetzt über einhundert Mal als Amputierte Ski gefahren und ich unterrichte andere Amputierte dabei.

Vor einigen Jahren versuchte ich zum ersten Mal nach neun Jahren wieder Rad zu fahren. Mein Zehngang-Rad hat nur ein Pedal und das Pedal hat eine Fußhalterung, so daß ich es genauso hochziehen wie runter drücken kann. Ich fand das Radfahren mit nur einem Bein gar nicht mal so schwer. Ich brauche etwas, woran ich mich festhalten kann, um die Balance zu bekommen, wenn ich den Fuß in die Halterung stecke, bevor ich losfahre. Ich passe natürlich auch beim Anhalten auf, daß ich etwas zum Anlehnen habe und auf der richtigen Seite absteige, ansonsten ist Radfahren ganz normal für mich. Am ersten Tag fuhr ich fünf Kilometer und kam auf dem Fahrrad zurück. Oft benutze ich mein Rad zum Trainieren, aber daneben macht es natürlich auch viel Spaß.

Wie ich die Devotee entdeckte

Ich habe mit vielen Fachleuten gesprochen, die mich für mein neues Leben als Amputierte vorbereiteten, aber nichts was mir erzählt wurde, bereitete mich darauf vor, was ich später selber herausbekam.

Bei einem Skiausflug fand ich heraus, daß es Männer gibt, die den Anblick einer amputierten Frau nicht abstoßend finden. Es freute mich, als ich herausfand, daß einige Männer eine Amputierte sogar körperlich attraktiv und auch sexy finden. Beim ersten Mal konnte ich es gar nicht glauben, wie können andere etwas, was ich häßlich finde - meinen Stumpf - attraktiv finden. Aber es stimmte, ein Freund zeigte mir einen Zeitungsartikel über dies Phänomen.

Zu einem Menschen mit einer Amputation zu werde, ist für jeden traumatisch. Ich denke aber, daß es besonders für Frauen schwierig ist, da die Bedeutung der Frau in unserer heutigen Gesellschaft in ihrer äußerlichen Erscheinung liegt. Mit meinen Videos versuche ich jeder Frau, die amputiert ist oder vor einer Amputation steht, zu zeige, daß das Leben nicht nur weitergeht sondern daß es genauso lohnenswert für eine amputierte Frau ist, wie für eine Nichtbehinderte. Nur weil der Körper anders ist, ist der doch nicht weniger attraktiv oder begehrenswert. Schönheit hängt doch vom Blickwinkel des Betrachters ab.

Auch wenn ich viele der Gefühle der Devotees nicht teile - ich finde den Verlust meines Beines keineswegs "sexy" - so geben die Devotees mir doch das besondere Gefühl, daß ich immer noch eine vollständige Frau bin.

Meine Videos

1988 wurde der erste Film über mich gedreht: "Ten Years After". Dieser Film war eine Dokumentation über mein Leben auf einem Bein und wie ich mit den alltäglichen Dingen zurechtkomme. Mein zweites Video - "Eye of the Beholder" - beschäftigt sich mit dem Phänomen des Interesses für Amputierte und wie ich darüber denke. Mein neuestes Video, "Per Your Request", stellt die besten Vorschläge dar, die ich aus hunderten von Briefen über die letzten sechs Jahre erhalten habe.

Zusätzlich zu den Videos über mich, habe ich auch zwei Videos über andere amputierte Frauen hergestellt und ich bin dabei, weitere Filme über fünf andere Frauen zu drehen, die ebenfalls in einem Video für Devotees mitwirken wollen. Der sechste Film über eine beidbeinig amputierte Frau namens Carla ist soeben fertig geworden.

Meine Videos basieren alle auf gutem Geschmack und beinhalten keinerlei Nacktszenen oder ähnliches. Eines der Mädchen, Debbie, wollte sich für ihre Fans jedoch in Reizwäsche zeigen und erhielt dafür viele begeisterte Zuschriften. Alle Modelle, die in meinen Videos mitgewirkt haben, erhalten sämtliche Gewinne aus dem Verkauf und Debbie hat sich von dem Geld eine neue High-Tec-Prothese gekauft, für die sie selber nicht das Geld besaß und die auch von ihrer Versicherung nicht bezahlt worden wäre. Debbie bietet übrigens auch Photos an.

Nachdem ich die Videos für Devotees gemacht habe, habe ich viel über den Geschmack der Männer gelernt. Mit jedem Video, das versandt wird, verschicke ich einen Fragebogen, der danach fragt, welche Szenen besonders gut und welche nicht gefallen haben. Außerdem bitte ich um Vorschläge für zukünftige Filme. Auch wenn alle Männer von amputierten Frauen fasziniert sind, so unterscheiden sich doch ihre Geschmäcker sehr, was sie in den Videos sehen möchten. Einige Männer sind von Frauen fasziniert, denen ein Arm fehlt, andere interessieren sich nur für mehrfach amputierte Frauen. Es ist mir deutlich geworden, daß egal welches Aussehen eine Frau hat und welche Körperteile ihr fehlen, es wird sich immer ein Mann finden, der von ihr fasziniert ist.

Um möglichst vielen der Zuschauer einen Gefallen zu tun, beinhalten meine Videos möglichst viele verschiedene Aktivitäten sowie Kleidungen, die ich trage. Einige Männer, die mir geschrieben haben, möchten mich mit meiner Prothese oder mit einem meiner Stelzbeine sehen, die meisten möchten mich jedoch auf Krücken sehen, wenn ich meinen täglichen Arbeiten nachgehe. Viele wünschten sich Szenen, in denen ich mich mit verschiedenen Kleidungen zeige, Shorts, Anzüge, Hosen, Pfennigabsätze und besonders im Badeanzug.

Fragen, Fragen, Fragen

Nachdem drei Videos über mich und drei Videos über meine Freundinnen fertiggestellt sind, habe ich einiges von den Männern gelernt, die mir über sie geschrieben haben. Ich möchte Ihnen einiges von dem mitteilen, was ich über diese besonderen Männern gelernt habe und die häufig gestelltesten Fragen beantworten.

Haben Sie immer noch das Gefühl, als ob das fehlende Bein vorhanden ist? - Ich kann das fehlende Bein nur noch spüren, wenn ich mich darauf konzentriere. Es dauerte über ein Jahr bis dieses merkwürdige Gefühl verschwunden war. Vielleicht hat mein Gehirn registriert, daß dieses Körperteil jetzt nicht mehr vorhanden ist. Manchmal, wenn ich auf dem Rücken liege und die Augen schließe, kann ich noch mein ganzes Bein fühlen, Knie, Fuß und selbst die Zehen. Dieses Gefühl verschwindet jedoch sofort, wenn ich versuche das "Phantombein" zu bewegen.

Wie fühlt es sich an, einen Stumpf zu haben? - Das ist wahrscheinlich die für mich am schwierigsten zu beantwortende Frage, da es sehr schwierig ist, Gefühle in Worte zu fassen. Also, nach einigen Jahren hat sich mein Gehirn auf das fehlende Bein eingestellt und das Gefühl ist jetzt anders, als zu dem Zeitpunkt, als ich frisch amputiert war. Das Gefühl im Stumpf ist wesentlich anders als in meinem anderen Bein. Zum einen ist er sehr leicht und ich kann ihn mühelos bewegen. Zum anderen ist mein Stumpf viel feinfühliger bei Berührungen als mein gesundes Bein. Es gibt nichts vergleichbares als das Gefühl einer Stumpfmassage durch einen gewillten Herren. Dies Gefühl ist eine wunderbare Erfahrung aber bis jetzt nicht von mir in Worte zu fassen.

Macht es Ihnen etwas aus, angestarrt zu werden? - Jetzt nicht mehr. Außer kleinen Kindern starren nicht viele Leute, und ich bin nur all zu bereit, mit Ihnen darüber zu reden, damit sie besser damit umgehen können. Ich möchte nicht, daß das Kind denkt, es wäre etwas falsch daran, mich darüber zu befragen und für mich ist es ganz leicht mit Kindern über mein fehlendes Bein zu sprechen. Ich habe gelegentlich schon einmal bemerkt, daß mich ein Mann aus der Entfernung betrachtet hat, ich weiß jetzt aber, daß er es genossen hat, mich zu beobachten und mich nicht bemitleidet hat.

Haben Sie schon einmal vergessen, daß das Bein fehlt und haben versucht zu laufen? - Ja, ein Jahr nach meiner Amputation vergaß ich es und stand mitten in der Nacht aus dem Bett auf, um ins Badezimmer zu gehen. Ich machte einen Schritt mit meinem kurzen Bein und fiel nach vorne über. Glücklicherweise habe ich mich dabei nicht verletzt.

Was denken Sie über die Männer, die Amputierte attraktiv finden? - Ich finde es toll. Ich kann mein Aussehen ja nicht verändern. Ich werde immer einen Stumpf haben, wo andere Frauen ein schön aussehendes langes Bein haben. Ich fühle mich gegenüber Frauen mit zwei schönen langen Beinen immer etwas minderwertig, aber meinen Selbstbewußtsein hilft es, zu wissen, daß es viele Männer gibt, die mich so wie ich bin attraktiv finden.

Gibt es irgendwelche Vorteile, nur ein Bein zu haben? - Nun, nur ein paar aber sie wiegen die Nachteile nicht auf. Zum Beispiel kann ich beim Kauf von Strumpfhosen Geld sparen. Wenn ich eine Laufmasche bekomme, ziehe ich sie einfach so an, daß die Laufmasche auf der Seite meines Stumpfes ist und so kann ich sie immer noch benutzen.

Einer meiner Bewunderer hat mir einige maßgeschneiderte Strumpfhosen geschenkt. Auf der Seite des Stumpfes sind sie abgeschnitten und vernäht. Wenn wir zusammen ausgehen, erregt ihn die Tatsache, daß mein Stumpf angenehm von einem eng anliegenden Nylon umhüllt ist, wenn er beim Sitzen auf dem Stuhl unter meinem Kleid oder Rock liegt. Ich bekomme seine ?vollständige Aufmerksamkeit?, wenn ich den Stumpf dann ab und zu unter meinem Rock oder Kleid bewege.

Andere "Tricks", die ich gelernt habe, sind die unterschiedlichen Arten, mein leeres Hosenbein umzuschlagen. Früher faltete ich das Hosenbein an der Seite oder hinten hoch und befestigte es am Hosenbund. Jetzt habe ich aber herausgefunden, daß es viel besser aussieht, wenn ich es nach innen umkrempele.

Auch beim Schuhekaufen kann ich Geld sparen. Es gibt ein Geschäft, wo Schuhpaare in unterschiedlichen Größen an Leute verkauft werden, die unterschiedlich große Füße haben. Der Laden verkauft auch einzelne Schuhe zum halben Preis. Ich teile mir aber auch Schuhpaare mit anderen Amputierten, denen das andere Bein fehlt.

Ein anderer Vorteil am "behindert" sein ist, daß ich bei Skiausflügen immer eine Ermäßigung für den Lift bekomme. Auch bei langen Schlangen vor dem Lift, kann ich mich vordrängeln und muß nicht in der langen Schlange warten. Ach, und da ist noch ein Vorteil beim Skifahren als Amputierte, ich brauche mir keine Sorgen darüber zu machen, daß sich meine Skierspitzen ineinander verhaken.

Schuhe, Schuhe, Schuhe

Ich habe schon immer hochhackige Schuhe gemocht und daran hat sich auch nichts geändert, seitdem ich nur noch einen trage. Ich denke, daß hochhackige Schuhe Frauenbeine schöner formen. Verschiedene Männer haben mir gesagt, daß ich mit meinem hochhackigen Schuh viel ?"statuesque"? aussehe. Als Amputierte hochhackige Schuhe zu tragen, kann manchmal etwas schwierig sein, besonders dann, wenn man eine Treppe heruntergeht oder auf einer Rolltreppe. In diesen Fällen bitte ich immer jemanden meine Krücke zu halten, während ich mich am Geländer festhalte.

Viele Männer, die mir geschrieben haben, sind Schuhfetischisten, sie mögen besonders hochhackige Schuhe und Pfennigabsätze. Die meisten Männer, die mir geschrieben haben, beschreiben sich selber als "Beinliebhaber" und sie sagen, das Bein einer Frau sei der attraktivste Teil ihres Körpers. Von den Männern, die mir geschrieben haben, habe ich genauso viele Komplimente über mein verbliebenes Bein wie über meinen Stumpf bekommen.

Wo sind die Amputierten?

Einige Männer, die mir geschrieben haben, fragten mich, wo ich die Amputierten für meine Videos gefunden hätte. Wie sie anmerkten, kann man Amputierte nicht besonders häufig sehen.

Alles was ich sagen kann, wir sind irgendwo da draußen. Soweit es meine Videos betrifft, so sind die meisten amputierten Frauen, die darin mitwirken, von einigen Männern an mich verwiesen worden, mit denen ich korrespondiert hatte. Diese Männer hatten den Frauen einige meiner Videos gezeigt und ihnen vorgeschlagen, sich doch mit einem eigenen Video ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen. Jeder der Männer, die mich mit einer Amputierten in Kontakt gebracht hat, um einen eigenen Film über sich zu drehen, bekam eine Kopie des Videos geschenkt, zusammen mit der Bitte, mir doch weiterhin beim Filmemachen zu helfen, wenn es ihnen gefällt.

Über die, die starren

Einige Männer haben mich gefragt, wie ich mich fühle, wenn ich angestarrt werde und ob es mir etwas ausmachen würde. Ich werde ständig von Kindern angestarrt, sie sind so neugierig. Sie können nicht verstehen, daß ich kein linkes Bein habe und das regt sie auf. Einige der Kleinkinder bleiben tatsächlich stehen, um zu sehen, ob ich es nicht in meinem leeren Hosenbein oder im Kleid versteckt habe. Dies macht ihre Eltern regelmäßig verlegen, aber ich erkläre ihnen dann, daß es o.k. ist und nur die natürliche Neugier der Kinder.

Manchmal bemerke ich einen Mann, der mich beobachtet, aber sowie ich in seine Richtung blicke, schaut er weg, als wenn er nie gekuckt hätte. Manchmal frage ich mich, ob diese "Beobachter" Devotees sind oder ob sie einfach nur neugierig sind.

In einigen Fällen sind fremde Männer an mich herangetreten, um sich einfach nur mit mir zu unterhalten. Ich bin auch von ein paar meiner Videozuschauer angesprochen worden, wenn sie mich in der Öffentlichkeit entdeckten. Einmal, als ich von unserem Airport abfliegen wollte, trat einer der Parkwächter an mich heran und fragte mich, ob ich Carol Davis bin. Er erzählte, daß er es genossen hätte, mich in meinen Videos zu betrachten und wir unterhielten uns noch eine Weile.

Was ich über Devotees denke

Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist, wie ich über Devotees denke. Mit ein paar Ausnahmen, waren alle Devotees, die ich getroffen habe, egal ob bei organisierten Treffen oder anderswo, sehr reizende Gentlemen. Die meisten unterscheiden sich überhaupt nicht von anderen Leuten, die man trifft. Auch scheinen die meisten Männer, die mir schreiben, sehr intelligent zu sein und ich genoß es, etwas über ihre Gefühle zu lesen. Ich versuche, jeden Brief persönlich zu beantworten, manchmal komme ich jedoch nicht nach. Falls Sie mir also schreiben wollen, so entschuldigen Sie bitte, wenn ich nicht sofort antworten kann.

Ich finde die Tatsache sehr traurig, daß die meisten Männer, die sich von Amputierten angezogen fühlen, sich zeitweise sehr für dies Interesse geschämt haben. Bis sie herausgefunden haben, daß auch andere Männer ihre Gefühle teilen, denken sie, sie seien nicht ganz normal, wenn nicht sogar pervers, mit ihrem Vergnügen an der Amputation bei einer Frauen, besonders unter dem Blickwinkel, daß dieses für die Frau zum Trauma geworden ist und so viel Unglück in ihr Leben gebracht hat.

Ich wünschte, es gebe einen Weg diese Männer wissen zu lassen, daß es in Ordnung ist, wenn sie Amputierte attraktiv und begehrenswert finden. Schließlich waren sie nicht der Grund, daß ich zur Amputierten wurde, warum sollten sie sich also dafür schuldig oder beschämt fühlen.

Was ich über Devotees und ihre Vorlieben gelernt habe.

Ich möchte mit Ihnen einige Erfahrungen teilen, die ich aus den Briefen gewonnen habe, die mir Männer geschrieben haben oder die meinen Fragebogen beantwortet haben, der mit jedem meiner Videos verschickt wird.

Zum ersten interessieren sich die meisten Männer für einseitig über dem Knie Amputierte. Etwa 20 % dieser Männer interessieren sich nur für einbeinige Frauen und nicht auch für Frauen mit anderen Arten von Amputationen. Einige der Männer, die mir geschrieben haben, bevorzugen ein fehlendes linkes oder rechtes Bein und nur ein kleiner Bruchteil interessiert sich nur für Amputierte, denen ein bestimmtes Bein fehlt - rechts oder links. Einer der Männer, die sich nur für rechtsseitig Amputierte interessiert, schrieb mir, daß er als kleiner Junge eine einprägsame Beziehung zu einer Amputierten hatte und ihr fehlte das rechte Bein. Er erzählte mir, daß er seitdem davon fasziniert ist, wie man sich als Amputierter fühlen würde und in seinen Phantasien fehlte immer das rechte Bein.

Auch beidbeinig Oberschenkel Amputierte sind bei diesen Männern gefragt. Armamputierte oder mehrfach Amputierte, denen mehrere Gliedmaßen fehlen, werden ebenfalls als erotisch empfunden. Trotz des großen Erfolges von Tamras Video (ihr fehlt der linke Unterschenkel) interessieren sich die meisten nicht für Unterschenkelamputierte. Jedenfalls läßt sich aus den Antworten, die Tamra von ihren Betrachtern erhalten hat, ablesen, daß es auch Ausnahmen von dieser Regel gibt.

Die meisten Männer, die meine Videos kaufen, wollen mich nur ohne meine Prothese sehen, egal ob ich nun Krücken benutze, herum hüpfe oder auf dem Boden krabbele. Andere sind mehr an meiner Prothese interessiert, wie ich sie anziehe und damit herumgehe. Aber diese Männer sind in der Minderheit.

Neben der Art der Amputation stehen für manche Männer die Hilfsmittel im Vordergrund, die Amputierte benutzen. Eine erstaunliche Anzahl von Männern, die mir geschrieben haben, sind auf die Krücken fixiert, die ich benutze. Von denen, die ihr Interesse an Krücken bekundet haben, bevorzugen die meisten die Oberarmkrücken, die bis unter die Achseln reichen, sie würden sehr elegant aussehen und mich attraktiver erscheinen lassen. Einige der Männer bevorzugen dagegen die Unterarmkrücken. Die meisten der Männer, die Unterarmkrücken bevorzugen, stammen aus Europa, da diese Art der Krücken dort gebräuchlicher ist.

Einige wollen mich mit meiner Prothese sehen und viele mit meinem Stelzbein. Nur ein paar Männer interessieren sich für Rollstühle und ich war überrascht, daß es sie überhaupt gibt. Ich bin grade mit einigen Männern in Kontakt, die sich für Frauen interessieren, die Schienen tragen müssen und ich plane darüber in Zukunft einen Film zu machen.

Selbst unter der großen Gruppe von Männern, die Oberschenkelamputationen bevorzugen, gibt es noch unterschiedliche Vorlieben. Einige Männer mögen Hüftamputationen, manche mögen sehr kurze Stümpfe während andere wieder (allerdings eine viel kleinere Anzahl) lange Oberschenkelstümpfe mögen.

Stelzbeine sind umstritten. Die Männer, die mir auf meinen Fragebogen geantwortet haben, sind fast genau zur Hälfte in der Ansicht geteilt, ob sie mich mit meinem Stelzbein sehen wollen. Eine Minderheit der Männer, etwas zwanzig Prozent, möchten mich mit meiner Prothese sehen, während die anderen mich nur auf Krücken oder mit meinem Stelzbein sehen möchten.

Bezüglich der Stelzbeine war ich immer der Ansicht, daß sie nur für diejenigen bestimmt sind, die sich keine richtige Prothese mit einem beweglichen Knie leisten können. Aber ich habe entdeckt, daß Stelzbeine bei der Hausarbeit sehr nützlich sein können. Sie sind viel leichter als Prothesen und ich brauche nicht ständig darauf zu achten, daß das Knie nachgibt, wenn ich es nicht erwarte. Ich habe ein viel besseres "Gefühl" dafür, wo die Spitze grade steht und ich muß mich beim Gehen nicht so sehr konzentrieren, auch wenn ich das Stelzbein dabei immer zur Seite schwingen muß, weil es ja kein bewegliches Knie hat. Das größte Problem bei einem Stelzbein ist das Hinsetzen, besonders in einem Auto. Ich habe davon gehört, daß es Stelzbeine mit einem Gelenk gibt, das geöffnet und gebeugt werden kann, es gibt auch Stelzbeine, deren Stab im Auto abgenommen werden kann.

Die Reaktionen auf meine Stelzbeine waren entweder immer sehr positiv oder negativ. Manche Männer lieben es, Amputierte mit einem Stelzbein zu sehen, andere hassen es geradezu. Es hat den Anschein, daß es bei Stelzbeinen keine ?unentschiedene Gruppe? gibt.

Wie ich schon bemerkt habe, interessieren sich manche Männer, die mir geschrieben haben, besonders für Frauen, denen beide Beine fehlen, besonders wenn sie Oberschenkelamputierte sind. Die Männer, die auf Krücken fixiert sind, interessieren sich grundsätzlich nicht für beidbeinig Amputierte, wahrscheinlich, weil eine beidbeinig Amputierte keine Krücken benutzen kann. Ich habe eben ein neues Video hergestellt, das die beidbeinig amputierte Carla zeigt. Während viele beidbeinig Amputierte einen Rollstuhl zur Fortbewegung benutzen, trägt Carla zwei Prothesen. Einige beidbeinig Amputierte, wie Carla, können auch auf ihren Stümpfen gehen. Eine andere Amputierte, die ich kenne, Tina, die normalerweise einen Rollstuhl benutzt, kann tatsächlich sehr gut auf ihren Stümpfen gehen, indem sie kleine kurze Schritte macht. Tina wird demnächst auch ein eigenes Video machen.

Auch wenn das größte Interesse bei den Männern, die mir geschrieben haben, bei Frauen mit Oberschenkelamputationen liegt, so gibt es doch auch Interessenten für Armamputierte (sowohl oberhalb des Elbogens als auch unterhalb) und Unterschenkelamputierte, auch wenn die letztere Gruppe viel kleiner ist. Ich weiß nicht warum, aber Männer mit Interesse für Armamputierte, erfreuen sich gleichermaßen an Oberarm- wie Unterarmamputationen. Für Beinamputierte gilt jedoch "je weniger je besser".

Pretenders und Wannabees

Viele der Männer, die mir geschrieben haben, erzählten, daß sie von Zeit zu Zeit von dem Gedanken fasziniert waren, selber Amputierte zu sein. Eine erstaunliche Anzahl hat zugegeben, schon einmal Zuhause einen Amputierten gespielt zu haben, indem sie ein Bein hochgebunden haben und so versuchten, herauszufinden, wie es sich anfühlt, amputiert zu sein.

Eine relativ kleinere Anzahl dieser Männer sagte mir, daß sie tatsächliche gerne zu Amputierten werden wollen. Ich weiß auch von einigen Männern, die erfolgreich bei sich eine Amputation erwirkt haben und dabei haben sie eine Vielzahl von Wegen beschritten, vom Abbinden, über Gewehre bis hin zu, sich vom Zug überrollen zu lassen. Keiner von ihnen hat jemals einen Arzt gefunden, der dies freiwillig in einer Klinik gemacht hätte. Die meisten Männer, die sich danach sehnen, amputiert zu werden, sagten jedoch, daß sie nie den Mut dazu hätten, es tatsächlich selber zu veranlassen, aber wenn sie einen Unfall hätten, würden sie es akzeptieren können, den Rest ihres Lebens als Amputierter verbringen zu können und würden dies sogar begrüßen.

Auf der Datenautobahn

Viele der Männer und Frauen, die mit mir korrespondiert haben, besitzen einen Computer und ein Model. Neben meiner Postanschrift kann man mich auch über die Compuserv-Nummer 75540.1433 oder über das Internet mit 75540.1433@compuserve.com erreichen. Ich würde mich über Post von denjenigen freuen, die sich für das Thema "Anziehungskraft von Amputierten" interessieren.

Zum Schluß

Ich habe zwar immer noch nicht genau verstanden, wo Männer Schönheit in meinem einbeinigen Dasein entdecken können, aber ich weiß, daß es viele Männer mit einer speziellen Faszination für Frauen mit fehlenden Gliedmaßen gibt und ich bin froh darüber, daß es dieses Phänomen gibt. Nachdem ich den Rest meines Lebens auf nur einem Bein leben werde, warum sollte es dann nicht in Ordnung sein, wenn mich Männer eben darum mögen.

Falls eine der amputierten Leserinnen dieses Artikels Interesse daran hat, ein eigenes Video über sich zu machen, nehmen Sie doch bitte Kontakt mit mir auf. Neben dem Geld, daß Sie damit zusätzlich verdienen können, ist es vielleicht eine Möglichkeit, ihren Traumprinzen zu finden, denn viele Männer, die mir geschrieben haben, sind sehr heiratswillig und suchen noch die Frau ihrer Träume.

Ich habe ein Prospekt über meine Videos gemacht, der einige kleine Farbfotos der Videos enthält und natürlich auch einen Bestellschein.

Ich freue mich immer, von Gleichgesinnten zu hören. Falls Sie also mit mir korrespondieren wollen, dann schreiben Sie mir doch bitte an folgende Adresse:

Carol Davis

P.O.Box 1028

Woodstock, IL 60098-1028

USA

Anmerkung des Webmasters: Dieser Text ist schon einige Jahre alt und eine Übersetzung. Wer also Carol kontaktieren will, muß dies schon auf Englisch tun. Sie durfte allerdings nicht daran interessiert sein, einen Amelo kennenzulernen.

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